Articles Tagged with südtirol

Am Gipfelgrat der Weißkugel

Schöne Aussichten auf der Schönen Aussicht

Zeit ist es mal wieder geworden für eine Hochtour! Krankheits- und verletzungsbedingt hatten Herr Richtig und ich schon lange keine Gelegeheit mehr, unserem liebsten Bergsport nachzugehen. Da kam die Gelegenheit grade richtig, uns mit Niels aka @reef2ridge und Xaver, dem Sockenhund im Schnalstal zu treffen und die Weißkugel ins Visier zu nehmen. Niels war so nett, die Reservierung auf der Bella Vista, der Schönen Aussicht zu managen und so verabredeten wir uns zu einem Twitter-Blind-Date in Kurzras. Xaver war mit uns vor zwei Jahren im Martell- und Ultental und hatte sich als Hochtourenpartner schoneinmal bewährt.

Xaver, der Sockenhund ist mit von der Partie!
Xaver, der Sockenhund ist mir von der Partie!

Nach dem Aufstieg auf die toll gelegene Hütte auf 2.845m wurden wir von Jasmin und ihrem Team aufs allerherzlichste begrüßt und durften unser schnuckeliges 3-Bett-Zimmer beziehen. Am Abend erfuhren wir dann, warum die Hütte überall so für das Essen gelobt wird. Ein perfekt gekochtes 4-Gang-Menü wurde uns serviert, das keine Wünsche offen ließ. So gestärkt fassten wir den Entschluß, gleich am nächsten Tag die Weißkugel zu besteigen. Auch weil der Wetterbericht für diesen Tag am meisten hergab.

Um halb fünf gab es ein Bergsteigerfrühstück für uns, und wir machten uns auf den Weg zum dritthöchsten Gipfel Österreichs. Die erste Viertelstunde waren wir froh über die Lichtkegel unserer Stirnlampen, dann brach aber schon bald die Dämmerung herein. Der Weg wandt sich mit angenehmer Steigung Richtung Grat und ganz im Flow passierte uns gleich das Malheur und wir bogen falsch ab. Da standen wir am Teufelsjoch vor dem Teufelsegg, also ein Jöchl zu früh! 150m wieder absteigen und uns hinter den anderen Seilschaften einreihen, oder das Teufelsegg als Gipfel mitnehmen und überschreiten, in der Hoffnung, dass das gut machbar ist? Wir wählten die konservative Variante und stiegen wieder ab, ein Verhauer pro Tag muss reichen.

An der richtigen Scharte angekommen erwartete uns eine wundervolle Gratkraxelei auf dem Weg zum Steinschlagjoch und Hintereisferner, wo wir anseilten. Auf Steigeisen konnten wir auf Grund der Temperaturen ersteinmal verzichten und stapften auf das Hintereisjoch zwischen Innerer Quellspitze und Weißkugel zu. Im Schatten wurde der Untergrund deutlich eisiger, endlich kamen die Steigeisen zum Einsatz. Immer steiler ging es bergauf, immer dünner wurde die Luft. Und wie schön war der Moment, als wir alle am Gipfelgrat standen und nur noch die letzten paar Felsmeter und vom dritthöchsten Gipfel Österreichs (3.735m) trennten! Wir machten eine ausgiebige Mittagspause und genossen die wunderbare Aussicht, bevor es wieder über Schnee und Eis Richtung Schöne Aussicht ging. Das 4-Gänge-Menü hatten wir uns mit dieser 10-Stunden-Tour wirklich verdient!

Der Wetterbericht für den nächsten Tag war eher durchwachsen. Eine kurze Tour über den Hochjochferner zum Fineiljoch und von dort aus über einen Grat zur Grawand (3.250m) war ein guter Plan. Ganz im Gegensatz zu der fast unberührten Bergwelt um die Weißkugel bot sich hier ein ganz anderes Bild. Wir stapften zwischen den Liftmasten Richtung Joch und waren entsetzt, wieviel Müll auf einer Skipiste liegen bleibt. Der obere Bereich des Gletschers ist mit einer Plane abgedeckt. Wir wichen über den Fels aus, um diese nicht mit den Steigeisen zu beschädigen.Vom Grat aus hatten wir tolle Ausblicke ins Schnalstal hinunter und gelangten schnell auf den Gipfel der Grawand. Von dort sind es nur noch ein paar Meter bis zur Bergstation auf 3.212m mit der anscheinend höchstgelegenen Hotelbar der Alpen. Die vorhandene Infrastruktur nutzen wir für eine Kaffeepause, bevor wir noch schnell auf die Graue Wand gingen und dann wieder zur Bella Vista zurückkehrten.

Der letzte Abend auf der Hütte wurden gebührend gefeiert, für den Abstiegstag war Ausschlafen geplant. Wir verabschiedeten uns von Jasmin und ihren netten Kollegen und genossen die schönen Ausblicke beim Abstieg. Unten hieß es Abschied nehmen von Niels, der ein ganz wunderbarer Seilschaftspartner war. Er und Xaver hatten noch nicht genug und machtren sich nach einem letzten gemeinsamen Kaffee an den Aufstieg zur Similaunhütte.

Blick beim Abstieg
Blick beim Abstieg

Herr Richtig und ich waren hatten noch eine Verabredung im Martelltal, aber noch Zeit bis dahin. Diese verbrachten wir mit einem erholsamen Spaziergang um den Vernagtstausee. Vom Hunger geplagt fuhren wir nach Karthaus und kehrten in die Goldene Rose ein, dem Mutterhaus der Schönen Aussicht. Auf Empfehlung des Chefs futterten wir uns durch verschiedene Knödelvariationen und besichtigten danach das romantische Bergdorf. Die Gastfreundschaft von Paul Grüner und seinen Mitarbeitern, ob auf dem Berg oder im Tal, und die Qualität der Küche werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Und während Niels tags darauf mit Xaver den Similaun bestiegen hat (Congratulation!!!), sind wir der Meinung, dass der Similaun ein ganz hervorragender Skiberg ist und kommen im Winter ganz sicher wieder!

Der Vernagtstausee lädt zum Verweilen ein
Der Vernagtstausee lädt zum Verweilen ein
IMG_0032.JPG

12 von 12 – März 2015

Es ist wieder Zeit für mein 12 von 12 – 12 Bilder vom 12. März. Dieses Mal gibts eine Urlaubsausgabe, denn wir weilen seit dem 01. März in Südtirol. Los gehts:

Die letzten Tage haben wir im Ultental verbracht. Am Abschiedsmorgen leuchten die Berge nochmal ganz magisch.

 

Frühstückslektüre… ich finde das Buch ganz fantastisch!

 

Die letzten vier Urlaubstage wollen wir mit Freunden in Kastelruth verbringen.

 

Die Mietze vom Unterjochmayer-Hof wartet neben der Haustür auf Streicheleinheiten. Ohne lässt sie niemanden passieren.

 

Bevor wir uns zum Treffpunkt Brixen aufmachen, kaufen wir bei Oma Emma noch frische Bauernhofeier.

 

Im AdlerCafé in Brixen treffen wir uns mit unseren Freunden. Bevor wir ein bisschen in dieser wundervollen Stadt bummeln, gibts Kaffee.

 

Oh Schreck! Unser bisher so braver, treuer Caddy springt nicht mehr an! Sogar die Starthilfe verweigert er. Also wird in Brixen noch eine neue Batterie fällig, was den Tag ein bisschen trübt.

 

Hurra! Endlich auf dem Marmsol-Hof angekommen!

 

Nach den Widrigkeiten mit unserem Auto beziehen wir unsere Ferienwohnung in St. Valentin. Das ist der Ausblick aus unserem Schlafzimmer.

 

Von diesen schönen Schlafzimmern gibts zwei.

 

Und auch das Badezimmer gibts doppelt.

 

Von der schönen Wohnküche aus blicken wir direkt auf den Schlern… wunderbar! Wir feuen uns auf vier schöne Tage.

 

Und wie war euer Tag?

Laufen mit Aussicht

Laufen auf der Seiser Alm

Nach Wochen endlich wieder ein arbeitsfreier Samstag! Das muss mit Verlängerung bis Dienstag gefeiert werden. Nochmal Sonne tanken und Ruhe und Kraft, bevor das stressige und kräftezehrende Weihnachtsgeschäft losgeht. Dieses Mal soll es die Seiser Alm sein. Obwohl wir wirklich oft in Südtirol unterwegs sind, ist die idyllische Hochalm noch ein weißer Fleck auf unserer Landkarte. Dabei gibt es auf der Seiser Alm so viele Möglichkeiten!

Während Herr Richtig sich auf dem Mountainbike austoben kann, habe ich vor, mich dem Running Park Seiser Alm zu widmen. 20 gut ausgeschilderte Rundstrecken in unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden, acht davon direkt auf der Seiser Alm gelegen und somit ganz bequem vom Feriendomizil aus erreichbar. Das sollte genug Beschäftigung sein.

Am Samstag gings gleich nach dem Einzug in unsere gemütliche Almhütte auf den James-Kwambai-Track. Weils grad so schön war, habe ich die Runde ein bisschen verlängert. Tags drauf gabs den kurzen, aber aussichtsreichen Martin-Lel-Track zum Frühstück. Am Nachmittag dann als Zugabe eine schöne Runde mit dem MTB. Zum Wochenanfang bin ich dann noch den Robert-Cheruiyot-Track gelaufen, so modifiziert, dass ich wieder bei unserer Hütte gelandet bin.

seiser_alm_huette

Die Strecken auf der Seiser Alm, die zwischen 4,6km und 18,4km lang sind, sind ähnlich unseren Wanderwegen in blaue, rote und schwarze Strecken unterteilt und haben zwischen 91 und 706 Höhenmeter zu bieten. Die gelaufenen Tracks waren als mittelschwierig/rot und schwierig/schwarz bewertet. Ich für mich habe die Bewertung auf die Länge der Runden und die Höhendifferenz bezogen. Technisch fand ich alle Strecken einfach und angenehm zu laufen.

Toll war die Vorbereitung mit den Informationen der Seiser Alm Marketing. Auf eine kurze Mail hin kam gleich die Broschüre zum Running Park und, noch viel toller, ein ganzes Paket mit Tourenbeschreibungen fürs Radl. Schick laminiert, einzeln zum mitnehmen und mit den jeweils benötigten Ausschnitten aus den Tabacco-Karten. Ein Rundum-Sorglos-Paket zum Losfahren!

Wir haben die drei Tage auf der Seiser Alm unglaublich genossen und schon Pläne für den Winter geschmiedet. Die Scharte zwischen Lang- und Plattkofel schreit ja wirklich nach den Tourenskiern :-)

Schee wars und wir kommen bestimmt wieder!

seiser_alm_wolken

Martell Aug12_45

Große Liebe – Marteller Hütte

Es gibt sie, die Liebe auf den ersten Blick. Die große Liebe. Dabei begann alles so beiläufig und eigentlich nur aus Bequemlichkeit. Bei unserem ersten Besuch im Martell Tal waren wir auf der Zufallhütte. Schon damals war klar, dass die Zufallspitzen und der Monte Cevedale zu den großen Zielen gehören. Beim Erkunden des Tals kamen wir auch an der Marteller Hütte vorbei, die damals noch im Winterschlaf war. Von außen ganz unscheinbar und tief verschneit, haben wir sie damals aber schon als Basecamp für unsere Wunschgipfel gewählt.

Im Juli 2010 machten wir uns wieder auf den Weg nach Südtirol und nahmen auf der Marteller Hütte Quartier. Was soll ich sagen? Um mich war es damals schnell geschehen! So einen herzlichen Empfang wie den von Peter hatten wir noch nie. Die Hütte tipptopp, die Lager gemütlich, geräumig und sauber. Das Essen der Wahnsinn. Der Service herzlich und freundlich und nie gestresst (bis heute habe ich das nicht erlebt). Ein Hüttentraum wird wahr! Frühaufsteherfrühstück um 04.00 Uhr? Kein Problem, Peter ist sogar aufgestanden, um uns Kaffee zu kochen und beobachtete lange unseren Weg über den Gletscher. Nach der Tour auf Zufallspitzen und Cevedale ersteinmal ein Gipfelschnapserl, welche Freude! Abends wieder große Freude bei uns: die deutsche Mannschaft spielt bei der FIFA-WM gegen Argentinien. Wir versuchen, ein paar Neuigkeiten über die Mobiltelefone zu bekommen. Auch hier ganz ungefragt und zu aller Freude: Peter stellt seinen Privatfernseher in die Stube, die wir belegen und strippt ein Antennenkabel. Die Stube wird voll, wir sehen auf 2.610m die Deutsche Elf gewinnen.

Im April 2011 zieht es uns wieder hin. Zu Ostern wollen wir das Gebiet dort mit Ski erkunden. Die Köllkuppe, die Veneziaspitzen und die Suldenspitze stehen auf unserem Wunschzettel. Wieder präsentiert sich das Martell Tal von der besten Wetterseite. Peter erinnert sich an uns und der Empfang ist wieder herzlich und freundschaftlich. Am Ostermorgen begrüßen uns Schokohasen und -eier auf dem Frühstückstisch.

Im Sommer 2011 sind wir hauptsächlich in Österreich unterwegs und der Winter 2011/12 ist in Südtirol schneetechnisch eine Katastrophe. Aber im August 2012 ist es endlich wieder soweit: wieder zu Peter und seiner schönen Hütte! Der schneearme Winter hat den Gletschern böse zugesetzt. Wir wiederholen einige Touren und genießen einfach die Gastfreundschaft.

März 2013, unser Hochzeitsmonat. Als Hochzeitsreise sollte was Großes her. Am Besten in den Westalpen. Nach langem Hin- und Herüberlegen kam dann raus, dass jeder von uns eigentlich auf die Marteller Hütte wollte, aber niemand hatte sich getraut, es zu sagen :-)  Also ein Anruf und alles war klar. Honeymoon im Martell Tal!