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Kramerspitze über die Stepbergalm

Mal wieder in die Garmischer Ecke nach langer Abstinenz. Nicht, wie normalerweise um diese Jahreszeit, mit den Skiern, sondern zu Fuss. Hauptsache raus bei den Temperaturen. Und die Kramerspitze hat uns schon lange gelockt.

Wir entscheiden uns für den Aufstieg ab dem Berggasthof Almhütte (aka Windbeutelalm) über die Stepbergalm und stehen bald im tiefen Schnee. Bis zur Stepbergalm konnten wir noch gemütlich in den Spuren unserer Vorgänger dahin gehen. An der Alm aber war Schluß und so musste Spurabeit geleistet werden. Und zwar vom allerfeinsten. Der Schnee ging uns oft über die Knie, deshalb waren wir dann ganz froh, als wir oben am Grat angelangt waren. Lohn der Mühe war eine unglaubliche Aussicht auf den Wetterstein und absolute Einsamkeit. Nur am Gipfel saß dann doch ein Hiesiger, der uns aber einen schönen Pfad ins Tal hinab zeigte.

Die geplante Überschreitung mit Abstieg über den Kramersteig und an der Schwarzen Wand vorbei ist aber nur aufgeschoben.

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Auf einsamem Pfad auf die Bodenschneid

Mitte November, in München ist das Wetter wie so oft im November: grau und diesig. Aber der Wetterbericht verspricht Sonne weiter oben und so machen wir uns auf den Weg Richtung Rottach-Egern. Am Parkplatz bei der Mautstelle geht es los. Wir folgen kurz der Beschilderung, biegen aber nach ein paar Metern auf einen alten Pfad ab, der kaum zu sehen ist und ungefähr dem Bodenalmgraben folgt. Durch den verschneiten Wald geht es in vielen Kehren über Wurzeln und Steine mäßig steil den Berg hinauf. Schon lange ist hier niemand mehr gelaufen, wir sind ganz allein im Nebel. Fast direkt an der Bodenalm kommen wir aus dem Wald heraus uns stehen im gleißenden Sonnenlicht. An der Bodenalm machen wir ein kleines Päuschen in der Sonne und nehmen dann die verschneite Direttissima auf die Bodenschneid. Unter dem Gipfelkreuz genießen wir lange und ausgiebig den Sonnenschein, bevor wir uns auf dem normalen Wanderweg wieder auf den Weg in den Nebel machen.

Ein Steinmandl statt Gipfelkreuz

Fernab des Trubels – Auf die Maroldschneid

Ein wunderschöner Samstag im Oktober mit bestem Wanderwetter. Da wirds ja gerne mal etwas voller auf den Münchner Hausbergen. Es muss also etwas her, das nicht so frequentiert ist.

Ich entscheide mich für die Maroldschneid, ein langezogener Rücken gegenüber der Ruchenköpfe. Am Parkplatz „Am schweren Gatter“ gehts los. Zuerst recht steil bis zum Silberghaus, das ich rechts liegen lasse, und dann ganz gechillt weiter Richtung Wirthsalm und Sandbichler Alm. An der Sandbichler Alm verlasse ich den Weg und gehe steil und direkt auf den Rücken der Maroldschneid.

Am kreuzlosen Gipfel (1688m) bin ich ganz alleine und kann das wunderschöne Herbstwetter genießen. Nach einer ausgiebigen Sonnenpause mache ich mich auf den Weg Richtung Auerspitz, immer auf dem Kamm entlang. Auf der Auerspitz bietet sich dann schon ein anderes Bild: außer mir sind zwei Dutzend andere Sonnenhungrige heroben. Aber das ist noch nichts zu dem, was sich auf der Rotwand abspielt: ein wahrer Lindwurm windet sich den Weg vom Rotwandhaus zum Gipfel hinauf! Ein klassischer Hüttengipfel halt. Da nehme ich mir meine Jausn dann doch lieber selber mit und muss nicht vor dem Gipfel Schlange stehen.

Von der Auerspitz nehme ich den Weg Richtung Soinsee hinab, lege nochmal ein kleines Päuschen am Brotzeitfelsen ein und beobachte neidisch die Kletterer an den Ruchenköpfen. Das nächste Mal wieder mit Seil und Seilpartner! Über die Soinalm laufe ich um den Sillberg herum zum gleichnamigen Haus und bin wieder am Auto.

Die Tour auf die Maroldschneid ist wirklich ein kleines Abenteuer. Allerdings sollte man schon eine Vorliebe für Latschenkiefern haben, da der Weg über den Kamm doch recht botanisch ist. Je näher man allerdings zur Auerspitz kommt, dest besser ist der Weg zu sehen und ist teilweise auch ausgeschnitten.Maroldschneid_20131026_berghungrig2

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Große Liebe – Marteller Hütte

Es gibt sie, die Liebe auf den ersten Blick. Die große Liebe. Dabei begann alles so beiläufig und eigentlich nur aus Bequemlichkeit. Bei unserem ersten Besuch im Martell Tal waren wir auf der Zufallhütte. Schon damals war klar, dass die Zufallspitzen und der Monte Cevedale zu den großen Zielen gehören. Beim Erkunden des Tals kamen wir auch an der Marteller Hütte vorbei, die damals noch im Winterschlaf war. Von außen ganz unscheinbar und tief verschneit, haben wir sie damals aber schon als Basecamp für unsere Wunschgipfel gewählt.

Im Juli 2010 machten wir uns wieder auf den Weg nach Südtirol und nahmen auf der Marteller Hütte Quartier. Was soll ich sagen? Um mich war es damals schnell geschehen! So einen herzlichen Empfang wie den von Peter hatten wir noch nie. Die Hütte tipptopp, die Lager gemütlich, geräumig und sauber. Das Essen der Wahnsinn. Der Service herzlich und freundlich und nie gestresst (bis heute habe ich das nicht erlebt). Ein Hüttentraum wird wahr! Frühaufsteherfrühstück um 04.00 Uhr? Kein Problem, Peter ist sogar aufgestanden, um uns Kaffee zu kochen und beobachtete lange unseren Weg über den Gletscher. Nach der Tour auf Zufallspitzen und Cevedale ersteinmal ein Gipfelschnapserl, welche Freude! Abends wieder große Freude bei uns: die deutsche Mannschaft spielt bei der FIFA-WM gegen Argentinien. Wir versuchen, ein paar Neuigkeiten über die Mobiltelefone zu bekommen. Auch hier ganz ungefragt und zu aller Freude: Peter stellt seinen Privatfernseher in die Stube, die wir belegen und strippt ein Antennenkabel. Die Stube wird voll, wir sehen auf 2.610m die Deutsche Elf gewinnen.

Im April 2011 zieht es uns wieder hin. Zu Ostern wollen wir das Gebiet dort mit Ski erkunden. Die Köllkuppe, die Veneziaspitzen und die Suldenspitze stehen auf unserem Wunschzettel. Wieder präsentiert sich das Martell Tal von der besten Wetterseite. Peter erinnert sich an uns und der Empfang ist wieder herzlich und freundschaftlich. Am Ostermorgen begrüßen uns Schokohasen und -eier auf dem Frühstückstisch.

Im Sommer 2011 sind wir hauptsächlich in Österreich unterwegs und der Winter 2011/12 ist in Südtirol schneetechnisch eine Katastrophe. Aber im August 2012 ist es endlich wieder soweit: wieder zu Peter und seiner schönen Hütte! Der schneearme Winter hat den Gletschern böse zugesetzt. Wir wiederholen einige Touren und genießen einfach die Gastfreundschaft.

März 2013, unser Hochzeitsmonat. Als Hochzeitsreise sollte was Großes her. Am Besten in den Westalpen. Nach langem Hin- und Herüberlegen kam dann raus, dass jeder von uns eigentlich auf die Marteller Hütte wollte, aber niemand hatte sich getraut, es zu sagen :-)  Also ein Anruf und alles war klar. Honeymoon im Martell Tal!