zu Fuss

Isar im Herbst

11 POST IT NOTES: Fragen an den Läufer

Die ansonsten so nette Kathrin hat mich doch glatt mit einem BlogStöckchen beworfen!
Danke erstmal dafür, ich fühle mich geehrt. Ja nun… dann gehts los:

1.Es regnet, läufst du, ja oder nein?
Ja. JA!!! Laufen im Regen ist wundervoll. Es ist ruhig, man riecht die Natur und fühlt sich unschlagbar. Die sonst so vollen Wege an der Isar hat man (fast) ganz für sich alleine. Das wird nur noch getoppt vom Laufen bei Schnee. Das finde ich richtig magisch. Aber ich bin halt auch ein Winterkind.

2.Läufst Du lieber mit oder ohne Musik?
Ohne. Also fast immer ohne. Bei Intervallen oft mit. Aber das mache ich so selten (*schäm*), dass es nicht ins Gewicht fällt.

3.Hast du eine Lieblingslaufstrecke? Wenn ja, wo führt sie lang?
Puuuuhhhh… Eigentlich ist doch jede Laufstrecke toll. Die Hausrunde an der Isar, die Bürorunde am Fusse von Hochmiesing und Aiplspitz, die Urlaubsrunden an der kroatischen Küste, aufm Deich an der Nordsee oder auf der Seiser Alm. Aber wenn ich nur noch einen Lauf hätte, dann würde ich mit der S-Bahn nach Wolfratshausen fahren und auf den Isartrails nach Hause laufen.

4.Was ist dein Lieblingslaufschuh?
Kommt auf die Strecke an würde ich sagen. Aktuell bin sehr in den Saucony Xodus 5.0 verliebt. Der ist wasserdicht und klebt auf Schnee und Eis wie kein anderer in meinem Schrank.

5.Asphalt oder Wald? Was ist dir lieber?
Wald! Unbedingt!

6.Hast du schon Verletzungen durchs Laufen davongetragen?
Streu Salz in meine Wunden! Ja, vor drei Wochen und immer noch kein Ende in Sicht. Und die üblichen Schrammen und Kratzer, wenns mal quer durch die Botanik geht.

7.Wie oft pro Woche läufst du?
Wenn keine gesundheitlichen Probleme dagegen sprechen mindestens vier Mal pro Woche.

8.Wer hat dich zum Laufen gebracht?
Oje. Nicht wer, sondern was – der Leistungssport. Zwar keine Laufdisziplin, aber es hat eben dazugehört. Zum Glück ist mir das Laufen geblieben.

9.Welchen Wettkampf würdest du gern einmal laufen?
Na den Zugspitz Basetrail natürlich :-) Reizvoll finde ich außerdem den Drei Zinnen Lauf und den Seiser Alm Halbmarathon. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich totaler Südtirol-Fan bin?

10.Wie viele Wettkämpfe hast du bislang hinter dich gebracht?
Seit Beendigung der Leistungssport-Nummer (und das ist lange, lange her) ganz ehrlich gesagt keinen einzigen. Jedes Mal, wenn ich mich irgendwo angemeldet hatte, ist mir die Gesundheit abhanden gekommen. Zum letzten Mal im April, drei Wochen vor dem Andechs Trail. Da habe ich mir in den Dolomiten den Außenknöchel gebrochen. Langsam werde ich abergläubisch!

11.Welche Sportart würdest du gern einmal ausprobieren?
Biathlon finde ich unglaublich faszinierend! Wie man die Atmung so gut kontrollieren kann, dass man nach der ganzen Rennerei noch schießen kann – der Hammer. Oder Telemark-Ski. Das schaut doch mal richtig elegant aus, oder?

Nachdem ich meine Hausaufgaben nun gemacht habe, würde ich mich freuen, wenn diese Herren ein bisserl Zeit finden, meine Fragen zu beantworten:

Frank von waldpfadläufer
Daniel von endurange
Bert von trailgrip

1. Für wen oder was lässt Du einen Lauf sofort sausen?
2. Bevorzugst Du eher wärmere oder eher kühlere Temperaturen beim Laufen?
3. Läufst Du lieber alleine oder mit anderen zusammen?
4. Wieviele Kilometer läufst Du im Durchschnitt pro Woche?
5. Welche Sportarten betreibst Du außer dem Laufen noch?
6. Hast Du schon einmal einen richtigen Laufurlaub gemacht? Oder würdest Du gerne einmal einen machen? Wo?
7. Auf was achtest Du bei Deiner Ernährung besonders?
8. Was ist Dir lieber: Berg rauf oder Berg runter?
9. Hast Du schon einmal eine Leistungsdiagnostik gemacht oder machst regelmäßig eine?
10. Hast Du Dich schon einmal für Deine Lauf-Leidenschaft rechtfertigen müssen? Vor wem?
11. Es ist ja schließlich Weihnachtszeit: Das Christkind (oder der Weihnachtsmann) lässt Dich drei Sachen im Laufgeschäft Deiner Wahl aussuchen. Welche sind das?

saucoony xodus 5.0 gtx

Der Winter kann kommen – Saucony Xodus 5.0 GTX

Ein bisschen langweilig kommt er daher, der Neue. Sonst habe ich ja ein Faible für etwas farbenfrohere Laufschuhe. Aber am Abend vor der Abreise nach Südtirol mussten Nägel mit Köpfen gemacht werden und ein Schuh für den Winter musste her. Die Webcam der Seiser Alm zeigte recht viele weiße Flächen und der Wetterbericht versprach einen Temperaturverlauf, der für Eis und Matsch sorgen würde. Bisher hatte ich noch keinen Schuh mit Membran. Nach den Läufen im Schnee letzte Woche fand ich die Vorstellung, nicht nach 20 Metern schon nasse Füsse zu haben, aber ganz attraktiv. Da der Schuhkauf am Freitag Abend recht schnell von statten gehen musste, gings zum ersten Mal in Sachen Laufschuhe zum Sporthaus des Südens und ich muss sagen: tippitoppi Beratung und gute Auswahl.
Die Auswahlkriterien waren klar: Membran, griffige Sohle und möglichst geringe Sprengung. Als der nette Verkäufer mir dann den Xodus zum probieren hinstellte, bin ich erstmal erschrocken. Der Schuh wirkt auf den ersten Blick recht klobig und schaut schwer und vor allem schwerfällig aus. Aber was die Passform betrifft, kann ich mich auf den Hersteller aus Massachusetts verlassen… rein und sitzt.
Der erste Eindruck von Schwerfälligkeit bestätigte sich weder beim Probelaufen im Laden, noch bei den ersten Runden auf der Seiser Alm. Dort war bis auf Fels und Geröll alles geboten: Waldwege und Steige (die auch recht matschig), Wiesen und Asphalt, Schotter und Wurzeltrails und als Zugabe auch Schnee und Eis.
Der Xodus gräbt sich im weichen Gelände schön ein, ohne zu bremsen und greift auch bei Schnee unglaublich gut. Auch auf den kurzen Asphalt-Passagen läuft er sich angenehm.
Der Schuh ist trotz der geringen Sprengung von 4mm recht hoch gebaut. Da hatte ich etwas Bedenken, wie er sich auf unebenem Untergrund verhält. Aber auch diese Bedenken waren grundlos. Nix instabil oder wackelig, der Schuh geht über alles drüber, als ob nichts wäre.
Und das Wichtigste: die Füsse blieben trotz winterlicher Temperaturen schön warm und trocken.
Der Xodus und ich werden gute Freunde werden. Ich freu mich schon aufs Wochenende, wenn es auf die Hausstrecke geht.

Laufen mit Aussicht

Laufen auf der Seiser Alm

Nach Wochen endlich wieder ein arbeitsfreier Samstag! Das muss mit Verlängerung bis Dienstag gefeiert werden. Nochmal Sonne tanken und Ruhe und Kraft, bevor das stressige und kräftezehrende Weihnachtsgeschäft losgeht. Dieses Mal soll es die Seiser Alm sein. Obwohl wir wirklich oft in Südtirol unterwegs sind, ist die idyllische Hochalm noch ein weißer Fleck auf unserer Landkarte. Dabei gibt es auf der Seiser Alm so viele Möglichkeiten!

Während Herr Richtig sich auf dem Mountainbike austoben kann, habe ich vor, mich dem Running Park Seiser Alm zu widmen. 20 gut ausgeschilderte Rundstrecken in unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden, acht davon direkt auf der Seiser Alm gelegen und somit ganz bequem vom Feriendomizil aus erreichbar. Das sollte genug Beschäftigung sein.

Am Samstag gings gleich nach dem Einzug in unsere gemütliche Almhütte auf den James-Kwambai-Track. Weils grad so schön war, habe ich die Runde ein bisschen verlängert. Tags drauf gabs den kurzen, aber aussichtsreichen Martin-Lel-Track zum Frühstück. Am Nachmittag dann als Zugabe eine schöne Runde mit dem MTB. Zum Wochenanfang bin ich dann noch den Robert-Cheruiyot-Track gelaufen, so modifiziert, dass ich wieder bei unserer Hütte gelandet bin.

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Die Strecken auf der Seiser Alm, die zwischen 4,6km und 18,4km lang sind, sind ähnlich unseren Wanderwegen in blaue, rote und schwarze Strecken unterteilt und haben zwischen 91 und 706 Höhenmeter zu bieten. Die gelaufenen Tracks waren als mittelschwierig/rot und schwierig/schwarz bewertet. Ich für mich habe die Bewertung auf die Länge der Runden und die Höhendifferenz bezogen. Technisch fand ich alle Strecken einfach und angenehm zu laufen.

Toll war die Vorbereitung mit den Informationen der Seiser Alm Marketing. Auf eine kurze Mail hin kam gleich die Broschüre zum Running Park und, noch viel toller, ein ganzes Paket mit Tourenbeschreibungen fürs Radl. Schick laminiert, einzeln zum mitnehmen und mit den jeweils benötigten Ausschnitten aus den Tabacco-Karten. Ein Rundum-Sorglos-Paket zum Losfahren!

Wir haben die drei Tage auf der Seiser Alm unglaublich genossen und schon Pläne für den Winter geschmiedet. Die Scharte zwischen Lang- und Plattkofel schreit ja wirklich nach den Tourenskiern :-)

Schee wars und wir kommen bestimmt wieder!

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Kleine Abenteuer

Manchmal sind es die kleinen Abenteuer, die am meisten Spaß machen. Die Idee, mit der S-Bahn rauszufahren und dann nach Hause zu laufen, hatte ich schon lange im Kopf. Aber aus verschiedensten Gründen habe ich es nie geschafft, sie auch mal umzusetzen.
Heute morgen war dann Schluß mit dem bloßen „Es wäre doch mal schön…“. Ab zur S-Bahn und los gings Richtung Wolfratshausen. In Höhenschäftlarn bin ich ausgestiegen und zu Fuss Richtung Kloster Höhenschäftlarn. Gleich am Waldrand stand ein Wegweiser, der rechts den Berg hinab in Richtung Kloster zeigte, links in den Wald hinein mit München und Baierbrunn beschildert war. So wich ich vom eigentlichen Plan, am Kloster zu starten ab und wandte mich nach links. Wunderbar gings auf weichen Waldwegen stetig leicht bergab ins Isartal. Das Isarufer erreichte ich ungefähr auf der Höhe des Georgensteins, von da ab ging es immer an der Isar entlang und nach 19,5 km hatte ich meine Homebase erreicht.

Der Lauf war ein absoluter Traum! Ich bin so froh, dass der Fuss klaglos mitgemacht hat und frage mich, wieso ich nicht schon lange einmal mit dem ÖPNV los bin um dann nach Hause zu laufen.
Das wird auf jeden Fall wiederholt! Schee wars!

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Abseits des Trubels am Spitzingsee

Wenn die Mountainbikefraktion anklopft und Lust auf eine Wandertour hat, dann ist der Ansporn bei mir recht groß, zu zeigen, dass wandern doch eine sehr schöne Beschäftigung sein kann. Und wenns dann auch noch etwas in den Hausbergen sein darf, dann freue ich mich umso mehr.

Also einmal ins Touren-Schatzkästchen gegriffen und den Jägersteig am Spitzingsee hervorgeholt. Sonntags nach 08.00 Uhr am Spitzingsattel anzukommen stellt einen vor die fast gleichen Parkplatzprobleme, wie wochentags ab 17.00 uhr in der Münchner Innenstadt. Und die Schlange Menschen, die sich in südlicher Richtung vom Parkplatz wegbewegt, läßt die Vermutung aufkommen, dass auf der Schönfeld-Hütte Freibier ausgeschenkt wird. Wir gehen deshalb in nördlicher Richtung auf einem schmalen Pfad über die Wiesen bergan. Trotz der Regenfälle der letzten Tage ist der Pfad gut zu gehen und verschwindet bald im Wald. Über Wurzeln und ein paar kleinere Hangrutsche geht es stetig mit angenehmer Steigung bergauf. Immer mal wieder hat man eine wunderschöne Aussicht auf die gegenüber liegende Brecherspitz oder den Schliersee unten im Tal. Wie schnell so ein Weg wieder zum Pfad wird, wenn er nicht mehr gepflegt wird! Gut für uns, denn wir begegnen keinen fünf anderen Menschen, bis der Jägersteig wieder auf den markierten Wanderweg trifft, der von der Spitzingstraße heraufführt. Dieser ist aber auch sehr schön zu gehen und schon bald kommen wir aus dem Wald heraus und stehen in dem Kessel zwischen Jägerkamp und Wildem Fräulein. Das Wilde Fräulein (oder die Wilden Fräulein, je nach Karte) sparen wir uns für später auf. Wir halten uns links und gehen zur Jägerbaueralm. Die Einkehr dort lohnt sich in jedem Fall! Zwischen mehreren Hühnern, einem Schwein, einem Lama, einem Pony und einer Katze sitzt man in der Sonne und genießt einen kleinen Zwischenstopp auf dem weiteren Weg zum Jägerkamp und nimmt sich noch a bisserl Käs für die Gipfeljausn mit. Zum Jägerkamp ist es von der Alm nicht mehr weit. Über einen wunderschönen Pfad gehts hinauf zum Ziel. Spätestens dort ist es dann aber mit der Ruhe vorbei, von allen Richtungen führt ein Weg herauf. Wir sind im Chill-Modus und legen auf dem Jägerkamp die nächste Pause ein und genießen die unglaubliche Fernsicht an diesem Tag. Unter uns liegen die Schönfeld-Almen und die gleichnamige Hütte. Wir beschließen, über das Wilde Fräulein abzusteigen. Vom Wilden Fräulein führt ein sehr schmaler Pfad berab, der stellenweise recht botanisch ist und im unteren Teil vehement daran erinnert, dass es die letzte Zeit doch ziemlich nass war. Zum Glück steht vor der Schönfeld-Hütte eine Schuhputzstation :-)

Ob die Kühe da was Rituelles machen?

Auf der Schönfeld-Hütte gibts dann endlich das ersehnte Sonntags-Bierchen und das erste Stückerl Kuchen. Unsere Bitte um drei Gabeln für den Kuchen führt dazu, dass die drei Gabeln in einem Kuchenstück von astronomischen Ausmaßen stecken. Das Bierglas ist leer, der Kuchenteller schließlich auch, dafür wird die Terrasse immer voller. Also geht es weiter über den markierten Weg Richtung Spitzingsattel hinab, immer wieder mit wundervollem Blick auf den Spitzingsee. Da oben müssen auch wirklich mal die Trailschuhe Gassi geführt werden.

Das schreit doch nach einem Läufchen!

Nach einer weiteren Schlammschlacht stehen wir schon bald wieder am Auto. Der Mountainbiker ist höchst zufrieden, wir auch, und wir sind noch gut vor dem üblichen Oberland-Rückreiseverkehr. Ein perfektes spontanes Sonntagsprogramm. Schee wars!

 

P.S.: Wenn es ein erstes Stückerl Kuchen gab, gabs natürlich auch ein Zweites. Wo, verrate ich demnächst einmal.