auf Ski

Blick auf die Kulisse von Bad Gastein

Zeitreise nach Bad Gastein

Unser Urlaub führte uns Anfang März nach Bad Gastein. Bad Was? Ja, genau: Bad Gastein, manchmal das „Metropolis der Alpen“ genannt. Nach einem touristischen Boom ist Bad Gastein in den Achtziger Jahren in den Dornröschenschlaf gefallen und erlebt im Moment einen richtigen Hype. Unsere Bad Gastein Aufenthalte beschränkten sich bisher auf Kurzaufenthalte. Einmal lieferten wir eine Arbeitskollegin zu Hause ab, das andere Mal schlugen wir in Bockstein unser Basecamp für die Ankogel-Tour auf.
Ich habe ein Herz für ungewöhnliche Gastronomie- und Hotelkonzepte. Das liegt ganz sicher an meinem Beruf und an meinem grundsätzlichen Faible für schräge Vögel. In den unenendlichen Weiten des Internets sprang mich das Hansi und Hansi an. Allein der Name machte mich hellhörig. Und die Fotos! Eine Frühstückspension oder hip-deutsch „Bed&Breakfast“ ganz nach meinem Geschmack. Flugs eine Mail ans Hansi und Hansi geschrieben und tataaaaa… Die Antwortmail hat den Deckel zu gemacht. Ich finde nichts schlimmer als gestelzte Hoteliersbriefe. Die Antwort aus Bad Gastein war genau meins… Freundlich, familär, salopp und genau ins Herz. Dass da eine Namensvetterin antwortete war umso schöner. Mmanchmal habe ich ein kindliches Gemüt und freue mich an so einem Zufall eine Zeit lang (und nein… Ich habe keinen total seltenen Namen, ich freue mich einfach nur gerne). Ein Dach über dem Kopf war gesichert, los gings ins Gasteiner Tal.
Bei der Fahrt durch einen uralten, langen Tunnel beschleicht mich die Frage, wie in grauer Vorzeit jemand auf die Idee gekommen ist, dort zu siedeln. Nach dem Tunnel weitet sich das Tal, schöne Bergblicke haben wir keine. Es schneit und ist neblig. Aber hey: Es schneit! Das hat diesen Winter Seltenheitswert, da ist die Sicht egal. Vorbei a den eher dörflichen Orten Dorfgastein und Bad Hofgastein geht es über eine steile Straße nach Bad Gastein. Wie die letzten beiden Male finde ich dieses Städtchen irgendwie surreal. Grand-Hotels aus der Kaiserzeit und Belle-Époque-Villen klammern sich an die steilen Felsen, die vielen Bäume lassen ihre Äste schwer vom Schnee hängen und der Nebel gibt dem ganzen Ensemble eine Film-Noir-Stimmung. Zu allem Überfluss rauscht ein 250 Meter hoher Wasserfall durch den Ort. Kitsch as Kitsch can!

Panorama Bad Gastein
Panorama Bad Gastein
A propos Wasser: dieses Element bildete das Fundament für den Aufstieg Bad Gasteins. Seit über 500 Jahren ist die heilende Wirkung der heißen und radonhaltigen Thermalwasserquellen bekannt und zog vor allem im 19. Jahrhundert viel Prominenz in das malerische Tal. Ob Kaiserin Sissi, Winston Churchill oder Liza Minelli und der Schah von Persien: Sie waren alle in Bad Gastein, bevor der Hype vor 40 Jahren rum war und das mondäne Städtchen anfing zu bröckeln.
Beim Spaziergang durch die engen und steilen Gassen kommt Berlin-Feeling auf, wenn man die vielen verammelten Fenster sieht.
Auffällig sind die vielen jungen Leute, viele Snowboarder in sehr, sehr weiten und sehr, sehr bunten Klamotten. Nicht wenige davon Schweden. Es tut sich was in Bad Gastein.
Und ein Teil von diesem Aufbruch ist das Hansi und Hansi. Das Team bestehend aus Felix, Tina und Walter betreiben die Pension auf das Liebevollste. Felix hat die Pension von seiner Oma übernommen und umgestaltet, ohne dem Haus seinen Charme zu nehmen. Es herrscht WG-Feeling, man ist per Du. Walter zeigt uns unser Zimmer und ich freue mich wie ein Schnitzel, dass wir ein Zimmer in meiner Lieblingsfarbe haben, in leuchtendem Türkis! Mit Ausblick in einen romantisch verschneiten Garten noch dazu.

Nach der Fahrt steht uns der Sinn nach Kaffee. Von Walter bekommen wir den Tipp, eggenüber vom Bahnhof bei den netten Damen vom The Blonde Beans vorbeizuschauen. Ein gemütlicher kleiner Coffeeshop, der von den zwei Schwedinnen Filippa und Anna betrieben wird. Außer leckerem Kaffee gibt es kleine Sancks, die sehr zu empfehlen sind.
Im Hansi und Hansi gibt es außer dem Frühstück keine Küche. Wir hatten noch soviele Lebensmittel zu Hause, die wir abends im WG-Wohnzimmer verspeist haben. Im Kühlschrank an der Bar ist Bier, Wein und Gin. Die Getränke werden auf Vertrauensbasis abgerechnet. Das Frühstück wird als Menü serviert. Man merkt das der Hausherr gelernter Koch ist, der schon auf der ganzen Welt unterwegs war. Auf kleinen Tellern werden feine Leckereien serviert. Oft ungewöhnlich, aber immer lecker.
Wir sind im Chill-Modus und überlegen, vor lauter Powder pisteln zu gehen. 49,00 € für einen Skipass halten uns von diesem Vorhaben ab. Wir fahren mit dem Skibus gratis Richtung Hofgastein ins Angertal und starten dort zum Stubnerkogel. Nach einer Viertelstunde auf der Piste biegen wir bald in den traumhaft verschneiten Wald ein und haben gleich vergessen, dass wir mitten im Skigebiet sind. Je höher wir kommen, desto schlechter wird die Sicht. Die letzten Höhenmeter der Tour würden auf der Piste verlaufen, da erscheint die Einkehr in der Stubneralm viel verlockender. Den Nachmittag verbringen wir schlendernd durch Bad Gastein und tauchen im Café Schuh noch weiter in die Vergangenheit ab. Am Abend futtern wir wieder im Wohnzimmer und überlegen uns, was wir am nächsten Tag unternehmen könnten.

Skitour durch dichten und verschneiten Wald
Auf dem Weg zum Stubnerkogel

Das Frühstück am nächsten Morgen ist wieder unglaublich lecker. Wir beladen das Caddymobil mit unseren Habseligkeiten und werden vom HansiHansi-Team herzlich verabschiedet. Bevor wir weiterfahren nach Bad Aussee wollen wir das Kaiserwetter ausnutzen und zur Rockfeldalm gehen. Wieder verläuft der erste Teil der Tour auf der Piste und wir sind froh, dem Trubel in einer Kehre zu entkommen. Die Landschaft ist wunderbar, wieder führen ein paar Schritte aus dem Skizirkus heraus in fast unberührt scheinende Natur. Es ist recht warm und so ist der Schnee wirklich anstrengend zu spuren. Vom örtlichen Jäger nehmen wir noch die Warnung bezüglich der Lawinengefahr entgegen und spuren weiter ins Tal hinein. Unterhalb der Rockfeldalm finden wir ein gemütliches Platzerl, machen Rast und genießen die Sonne. Eine Packung Mannerschnitten später spuren wir durch Sulz wieder zurück und nehmen Abschied vom Gasteiner Tal.

Schee wars!

Skispur durch ein verschneites Tal
Spurarbeit Richtung Rockfeldalm
Tief verschneite Berghütte in der Sonne
Pausenplatzerl
Gipfelpanorama auf dem Hehlekopf mit Hohem Ifen

Skitourentage im Kleinwalsertal

Die Planung einer Skitourenwoche war diesen Winter kein leichtes Unterfangen. Der Wetterbericht wechselte ständig, aus dem angesagten Powderalarm wurden entweder nur ein paar Flöckchen, oder es schneite schnell mal 20 cm und schmolz am nächsten Tag bei frühlingshaften 12 Grad schneller weg, als dass man die weiße Pracht auch nur fotografieren konnte. Wir warteten also ab bis kurz vor knapp und entschieden uns auf Grund der Wetter- und Niederschlagsvorhersagen für die Schwarzwasserhütte im Kleinwalsertal aka Schneeloch. Herr Richtig und ich waren 2009 schon einmal ein paar Tage auf der Hütte und hatten die Hütte und das Gebiet in guter Erinnerung. Die Hütte selber liegt nicht hoch (1651 m) und auch die Gipfel im Gebiet der Hütte beeindrucken nicht mit großer Höhe. Die Schwarzwasserhütte ist also eher ein Gebiet, in dem man eine Vormittagstour macht, und nachmittags nach einem Kaffee und einer Brotzeit nochmal aufbricht. Nach dem krankheitsbedingten Tal der Tränen und der angesichts der gerade erst überwundenen Stirnhöhlenentzündung zumindest für mich die bestmögliche Wahl, etwas hochalpines hatte der Doc mir eh strikt untersagt.Montags machten wir uns in der gewohnten Kombi bestehend aus Stephan, Boris, Herrn Richtig und mir auf den Weg von München ins Kleinwalsertal und fuhren durch übelsten Regen, im Allgäu dann durch dichten Schneefall, über teils spiegelglatte Straßen Richtung Riezlern. Tipp: wer in der Gegend von Riezlern ist, sollte unbedingt in die Cantina Vertical einkehren. Tamara, ihr Mann und das supernette Team bewirten dort mit feinstem Kaffee und leckeren Kleinigkeiten!

Wer mit dem Auto ins Schwarzwassertal fährt, sollte davor den Sparstrumpf leeren. Der Tourengeherparkplatz kostet 6,00€ pro Tag und der Automat nimmt nur Münzen.

Der Aufstieg zur Hütte verläuft auf einer gut gewalztem Weg und zieht sich recht lange ohne merklichen Höhengewinn dahin, bevor er dann kurz vor der Hütte aufsteilt. Pünktlich zum Abendessen um 18.00 Uhr waren wir auf der Hütte und haben nur schnell unsere Zimmer bezogen.

Am ersten Tag machte die Wade wieder Probleme. Die Herren zogen also ohne mich los, um Richtung Hehlekopf (Klappe die Erste) zu gehen und dort ein bisserl im dichten Nebel herumzustochern.

Der Hehlekopf wurde auch an den anderen Tagen zum Ziel der Wahl. Er war bei den Schneeverhältnissen und Lawinenwarnstufe 3 die vernünftigste Wahl und vor allem auch für mich machbar. Als Tagesabschluss haben wir nach getaner Arbeit am Hehlekopf noch das Steinmadl in Angriff genommen. Den Gipfel haben wir ausgelassen, da uns die Querung im oberen Bereich des Hanges zu unsicher erschien.

Der Wettergott hat uns eigentlich sehr gut mitgespielt. Tagsüber gab es längere Passagen mit Sonnenschein, über Nacht frischen Pulverschnee, so dass wir immer fast unverspurte Hänge vorgefunden haben.

Für meinen Gesundheitszustand und die herrschenden Schnee- und Wetterverhältnisse haben wir das Beste rausgeholt. Nur auf dem Hohen Ifen war ich wieder nicht – ich denke, das hole ich im Sommer einmal nach.

Blick auf den Hohen Ifen mit Skitourengeher
Stephan vor dem Hohen Ifen
Südtirol Feb 2011_0105

Wanted: Schnee!

Endlich Urlaub! Nachdem das letzte Jahr gesundheitsmäßig ein totaler Griff in die Scheiße ins Klo war, habe ich mir einen richtigen Urlaub jetzt aber wirklich verdient.

Weg waren wir zwar auch die letzten paar Monate ein paar Mal. Aber Urlaub mit Bergen und allem was dazu gehört (=“richtiger Urlaub“) ist schon lange her. Die Ärzte gaben ihr OK, der Körper scheint auch wieder richtig zu funktionieren… also los gehts!

In zwei Stunden starten wir Richtung Südtirol. Bis Donnerstag haben wir uns in eine Ferienwohnung auf einem Bauernhof in Toblach eingemietet, die wir schon kennen. Sie soll uns als Ausgangspunkt für ein paar schöne Touren in der Gegend der Drei Zinnen dienen (die haben wir das letzte Mal nämlich kein einziges Mal zu Gesicht bekommen… Nebelalarm!). Wo es uns danach hinverschlägt hängt vom Wetter ab. Zu gerne würden wir Richtung Wallis fahren. Aber das ist ja das Schöne am Urlaub… unabhängig sein, tun, was man möchte, einfach drauf losfahren.

Der Wetterbericht schaut bisher großartig aus, unser armer Caddy ist voll bis unters Dach… Ich bin dann mal weg!

Blick aufs Sudelfeld mit dem Traithen

Spritztour auf den Wendelstein

Ihn erkennt man schon von Weitem: den markanten Wendelstein, der bekannteste Berg des Mangfallgebirges. Als Solitär ragt er 1.838m hoch auf und die hohe, rot-weiße Antenne auf seiner Spitze macht ihn unverwechselbar.

Die dort verbaute Infrastruktur (eine Sternwarte, eine Wetterstation, eine Windkraftanlage, ein Geopark sowie eine Senderanlage des bayerischen Rundfunks) und die touristische Erschließung durch die Zahnradbahn von Brannenburg und die Seilbahn von Osterhofen aus geben oft Anlass, abfällig über diesen schönen Berg zu sprechen. Und tatsächlich wird es oft voll auf dem Gipfel. Verständlich bei der großartigen Schau, die man von dort oben hat. Wagt man sich aber vom Gipfelplateau runter, kann man den Berg oft in aller Einsamkeit genießen. Selbst bei wunderbarem Wetter und tollem Schnee sind hier weniger Leute unterwegs als in den benachbarten Skigebieten Sudelfeld oder Spitzingsee.

Die Skitour von der Bayrischzeller Seite geht man am Besten vom Parkplatz der Wendelsteinseilbahn aus an. In diesem Fall ist es eine reine Pistenskitour. Man folgt dem Pistenverlauf bis zur Talstation des Lacherlifts und hält dann auf die felsige Kesselwand zu. Über eine Pistenrampe steigt man in die Zeller Scharte und geht unter den Gleisen der  Zahnradbahn hindurch. Ein letzter, steiler Schnapper (oft sind Harscheisen empfehlenswert) bringt einen direkt zum Wendelsteinhaus. Die Abfahrt folgt dem Auftsiegsweg. Bei guter und sicherer Schneelage hat man die Wahl zwischen vielen schönen Hängen abseits der Piste.

Auch vom Sudelfeld aus kann man die Tour gehen. Allerdings finde ich den Weg durch den Wald bis zur Wendelstein Alm etwas mühselig, wenn auch landschaftlich schön. Als Startpunkt dient der Parkplatz „Unteres Sudelfeld“.Wendelstein_132502_0018Wendelstein_132502_0007

Immer nah an der Piste und doch schön ruhig.

Brauneck geht immer

Es gibt sie ja, solche Tage: tags zuvor bis spät in die Nacht gearbeitet, nach der letzten Grippewelle immer noch ein bisserl angeschlagen, das Wetter ist auch nicht wirklich der Hit, aber raus möchte man trotzdem. Vor allem auf die Ski! Zum Glück gibt es für solche Tage auch die passenden Berge. Berge die einfach immer gehen, wenn auch sonst nix geht. Für mich gehört das Brauneck dazu. Sommers wie winters.

Am Sonntag war mal wieder so ein Tag und so gings in der Früh Richtung Lenggries. Der erwartete Stau blieb aus, das Wetter war den meisten Münchnern wohl zu schlecht für eine Landpartie. Wir starten am großen Parkplatz bei den Draxlliften und halten uns auf der großen Wiese, wo die Rodelbahn verläuft Richtung Waldrand. Dort geht es über eine schmale Brücke über einen Bach und dann auf schmalem Weg durch den Wald den Berg hinauf. Ab und an kommt der Weg der Skipiste recht nahe, führt dann aber immer wieder recht schnell wieder weg von der gewalzten Trasse. Nach ca. 1,5 Stunden erreichen wir den Ausstieg des Florihanglifts und rutschen ein paar Meter zur Florianshütte runter. Den weiteren Aufstieg zum Brauneck Gipfelhaus sparen wir uns. Denn plötzlich kommt die Sonne heraus, die wir dann ausgiebig auf der Terrasse der Florianshütte genießen. Über die Familienabfahrt gehts wieder ins Tal und heim nach München.

Immer nah an der Piste und doch schön ruhig.
Immer nah an der Piste und doch schön ruhig.