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Abseits des Trubels am Spitzingsee

Wenn die Mountainbikefraktion anklopft und Lust auf eine Wandertour hat, dann ist der Ansporn bei mir recht groß, zu zeigen, dass wandern doch eine sehr schöne Beschäftigung sein kann. Und wenns dann auch noch etwas in den Hausbergen sein darf, dann freue ich mich umso mehr.

Also einmal ins Touren-Schatzkästchen gegriffen und den Jägersteig am Spitzingsee hervorgeholt. Sonntags nach 08.00 Uhr am Spitzingsattel anzukommen stellt einen vor die fast gleichen Parkplatzprobleme, wie wochentags ab 17.00 uhr in der Münchner Innenstadt. Und die Schlange Menschen, die sich in südlicher Richtung vom Parkplatz wegbewegt, läßt die Vermutung aufkommen, dass auf der Schönfeld-Hütte Freibier ausgeschenkt wird. Wir gehen deshalb in nördlicher Richtung auf einem schmalen Pfad über die Wiesen bergan. Trotz der Regenfälle der letzten Tage ist der Pfad gut zu gehen und verschwindet bald im Wald. Über Wurzeln und ein paar kleinere Hangrutsche geht es stetig mit angenehmer Steigung bergauf. Immer mal wieder hat man eine wunderschöne Aussicht auf die gegenüber liegende Brecherspitz oder den Schliersee unten im Tal. Wie schnell so ein Weg wieder zum Pfad wird, wenn er nicht mehr gepflegt wird! Gut für uns, denn wir begegnen keinen fünf anderen Menschen, bis der Jägersteig wieder auf den markierten Wanderweg trifft, der von der Spitzingstraße heraufführt. Dieser ist aber auch sehr schön zu gehen und schon bald kommen wir aus dem Wald heraus und stehen in dem Kessel zwischen Jägerkamp und Wildem Fräulein. Das Wilde Fräulein (oder die Wilden Fräulein, je nach Karte) sparen wir uns für später auf. Wir halten uns links und gehen zur Jägerbaueralm. Die Einkehr dort lohnt sich in jedem Fall! Zwischen mehreren Hühnern, einem Schwein, einem Lama, einem Pony und einer Katze sitzt man in der Sonne und genießt einen kleinen Zwischenstopp auf dem weiteren Weg zum Jägerkamp und nimmt sich noch a bisserl Käs für die Gipfeljausn mit. Zum Jägerkamp ist es von der Alm nicht mehr weit. Über einen wunderschönen Pfad gehts hinauf zum Ziel. Spätestens dort ist es dann aber mit der Ruhe vorbei, von allen Richtungen führt ein Weg herauf. Wir sind im Chill-Modus und legen auf dem Jägerkamp die nächste Pause ein und genießen die unglaubliche Fernsicht an diesem Tag. Unter uns liegen die Schönfeld-Almen und die gleichnamige Hütte. Wir beschließen, über das Wilde Fräulein abzusteigen. Vom Wilden Fräulein führt ein sehr schmaler Pfad berab, der stellenweise recht botanisch ist und im unteren Teil vehement daran erinnert, dass es die letzte Zeit doch ziemlich nass war. Zum Glück steht vor der Schönfeld-Hütte eine Schuhputzstation :-)

Ob die Kühe da was Rituelles machen?

Auf der Schönfeld-Hütte gibts dann endlich das ersehnte Sonntags-Bierchen und das erste Stückerl Kuchen. Unsere Bitte um drei Gabeln für den Kuchen führt dazu, dass die drei Gabeln in einem Kuchenstück von astronomischen Ausmaßen stecken. Das Bierglas ist leer, der Kuchenteller schließlich auch, dafür wird die Terrasse immer voller. Also geht es weiter über den markierten Weg Richtung Spitzingsattel hinab, immer wieder mit wundervollem Blick auf den Spitzingsee. Da oben müssen auch wirklich mal die Trailschuhe Gassi geführt werden.

Das schreit doch nach einem Läufchen!

Nach einer weiteren Schlammschlacht stehen wir schon bald wieder am Auto. Der Mountainbiker ist höchst zufrieden, wir auch, und wir sind noch gut vor dem üblichen Oberland-Rückreiseverkehr. Ein perfektes spontanes Sonntagsprogramm. Schee wars!

 

P.S.: Wenn es ein erstes Stückerl Kuchen gab, gabs natürlich auch ein Zweites. Wo, verrate ich demnächst einmal.

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