Sonntags-Sammelsurium 21. August 2016

Das Problem kennen sicherlich einige von euch auch: endlich Kampfgewicht erreicht und schon gehts wieder dahin und der Trend auf der Waage geht steil nach oben. Die Washington Post nennt die fünf häufigsten Gründe dafür.

Burgi, die Chefin vom wunderbaren Hotel Tannerhof in Bayrischzell, hat zwei tolle Tipps für MTB-Touren rund um meine zweite Heimat.

Das scheinheilige Getue, dass sich um die sympathischen Hahner-Zwillinge entsponnen hat, nachdem die beiden Mädels sich erlaubt haben, zusammen und lächelnd den olympischen Marathon zu finishen, wiedert mich wirklich an. Meine Gedanken dazu hat Laufen mit Frau Schmitt in Worte gefasst. Danke für diesen tollen Text!

Der BR zeigt Nervenkitzel-Bilder von einer Rettungsaktion der Bergwacht am Watzmann. Wahnsinn! Zum Glück gibt es die Retter in Rot und Blau!

kulturnatur.de nimmt uns mit auf die Edelrauthütte am Pfunderer Höhenweg. Ein starkes Stück Bergarchitektur. Gleich auf die Bucketlist gewandert.

Bei Edition F habe ich ein neues Hummus-Rezept gefunden, das drigend ausprobiert werden muss. Hmmmm… Zitronenhummus!

img_0539

Reisebegleitung für die schöne, wilde Isar

Unseren Zugspitzausflug verbanden Herr Richtig und ich mit der Erfüllung eines langgehegten Plans: wir wollten schon lange einmal unseren Heimatfluss, die Isar, von Ihrer Geburtsstätte im Karwendel bis zu unserer Haustür in der Nähe der Wittelsbacher Brücke begleiten.

Zur Isar habe ich eine sehr innige Beziehung. An Ihrem Ufer habe ich schon viele Feste gefeiert, schon oft der Stadt zugeschaut, wie sie erwacht oder sich Schlafen legt. An heißen Tagen bringt sie mir Abkühlung, manchmal hängen nur die Füße drin, manchmal ist es wunderbar, in ihr zu schwimmen. Ich habe an ihrem Ufer für die Uni gelernt und auch fürs Leben. Mit ihr zusammen verbringe ich viele Morgen und eine Auswertung bei movescount, wie viele Kilometer ich an ihr entlang schon zurückgelegt habe, würde sicherlich ein hübsches Sümmchen zusammenbringen.

Zeit also zu schauen, wo die Schöne ihren Ursprung hat und welchen Weg sie zurücklegt, bevor sie uns in München „Grüß Gott“ sagt.

Die Isar in ihrem Karwendelcanyon
Die Isar in ihrem Karwendelcanyon

In strömenden Regen besteigen wir mit unseren Radln in Ehrwald den Zug. Trotz kurzer Verspätung erreichen wir in Garmisch den Anschlußzug nach Scharnitz. Zu unserer Freude hat der Regen nachgelassen und nach kurzer Zeit gehts sogar im Trockenen in die Karwendeltäler hinein. Beständig geht es leicht bergan, immer wieder mit wundervollen Ausblicken zur funkelnden Isar, die uns türkisgrün in einem Canyon entgegenfließt. Nach einer kurzen Abfahrt und noch ein bisschen Strecke erreichen wir ihn endlich – den Geburstort unserer Reisebegleiterin für die nächsten zwei Tage.

Ein Bankerl am Isarursprung lädt zum Verweilen ein
Am Isarursprung ist sie noch ganz klein…
Eiskalt und türkisgrün kommt sie auf die Welt.
… eiskalt und ganz klar.
Hier macht sie sich auf die Reise nach Thundorf.
Hier macht sie sich auf die Reise nach Thundorf.

Eisig kalt uns kristallklar erblickt sie als kleines Bacherl das Licht der Welt und sammelt auf ihrem Weg noch viele Gebirgsbäche ein. Wir füllen unsere Trinkflaschen mit ihrem Wasser und machen uns auf den Weg nach München. Gute 160 Kilometer liegen vor uns. Wir planen, es am ersten Tag bis nach Lenggries zu schaffen. Um 18:00 Uhr spielt ja auch Yogis Elf, bis dahin sollten wir ein Zimmer gefunden haben.

Bis Krün ist uns der Wettergott hold, dann fängt es an zu regnen. Was als leichter Niesel beginnt, entwickelt sich schnell zu anhaltendem Schnürlregen. Das schöne Karwendel versteckt sich hinter tiefen Wolken, der Fahrspaß hält sich wirklich in Grenzen. Nach einer Flussüberquerung sind auch die Füße watschelnass. Der Gasthof Zur Post in Vorderriß ist da eine willkommene Möglichkeit zur Einkehr. Wir gönnen uns ein verfrühtes Abendessen und schlüpfen wieder in unser patschnasses Gwand hinein, um die letzten Kilometer nach Lenggries in Angriff zu nehmen. Es schüttet immer noch wie aus Eimern, so dass wir auch die wunderschönen Abschnitte des Isarradwegs vor Lenggries gar nicht richtig genießen können. In Lenggries hört der Regen auf, wir bekommen spontan ein Zimmer im Lenggrieser Hof und sind pünktlich zum Anpfiff wieder halbwegs trocken.

Stromschnelle kurz hinter Lenggries.
Kurz hinter Lenggries… der Regen hört auf!
In der Nähe von Lenggries mäandert sie noch ganz wild.
Isarauen in der Nähe von Lenggries

Nach einen feinen Frühstück am nächsten morgen geht es bei leichtem Nieselregen weiter nach München. Welche Freude, als nach einer halben Stunde auf dem Rad der Regen ganz aufhört.

Bad Tölz
Bad Tölz

Wir freuen uns an der schönen Heidelandschaft zwischen Lenggries und Wolfratshausen, wo wir kurz überlegen einen Kaffee zu trinken. Hätten wir das mal gemacht… Direkt am Radweg finden wir nämlich keine Gelegenheit mehr dazu, Montag ist fast überall Ruhetag. Kilometer für Kilometer wird das Wetter immer besser. Ab Kloster Schäftlarn sind die Wege an der Isar entlang eigentloch schon Homezone für uns. Der Anstieg ans Isarhochufer in den Perlacher Forst kommt uns gar nicht so lang vor, wie sonst. Und in Grünwald genehmigen wir uns zur Feier des Tage ein paar Kilometer von unserer Wohnung entfernt doch noch einen Kaffee. Ab der Grünwalder Brücke gibts noch ein bisschen lockeres Gekurbele und schon sind wir zu Hause an der Wittelsbacher Brücke. Wir biegen ab und wünschen der Isar noch eine gute Weiterreise nach Thundorf und bedanke uns für die schöne Reisebegleitung. Vielleicht radeln wir den Isarradweg ja einmal mit ihr zu Ende… Es würde sich bestimmt lohnen.

Sonntags-Sammelsurium 15.05.2016

Nach den Smoothies kommen nun die Säfte. Das mag alles lecker sein, ich für meinen Teil kaue mein Essen lieber. Das ist genauso gesund, schreibt die New York Times.

Tom Dauer schreibt in Ich und der Berg über den Zauber des Biwakierens. Gleich mal die Schlafsäcke bereit legen!

Über das Leben in der Antarktis berichtet Mikrobiologin Birgit Sattler bei bergwelten.com.

Ich liebe es, auf dem Markt einzukaufen! Die Märkte, die die SZ hier beschreibt, würde ich zu gerne alle besuchen und mich durchfuttern!

Gruselt es euch auch so davor, einen Handtrockner zu benutzen? Ich finde es absolut eklig. Und laut einer Hygiene-Studie liege ich damit gar nicht so falsch.

Wie man Käse perfekt in Käsepapier einwickelt, kann man in diesem Video sehen. Nice.

Der Eric von schnellebeine.de packt alles in einen Keks, was ich so mag: Banane, Schokolade und Erdnussmus. Und das ohne raffinierten Zucker, ohne Mehl und noch dazu vegan. Yummy!

Sonntags-Sammelsurium 17.04.2016

Gar nicht so leicht, sonntags etwas zu posten, wenn der Sonntag der Haupt-Arbeitstag der Woche ist. Für die Verspätung dieses Mal gibt es noch einen anderen Grund: Dieser Post musste unbedingt auf meinem neuen iPad geschrieben werden! Seit Samstag bin ich stolze Besitzerin eines schicken iPad Pro. Es wurde aber auch wirklich Zeit mein treues iPad2 auszutauschen. Es hat mir vier Jahre lang gute Dienst geleistet, aber mittlerweile ist es soooooo langsam geworden, dass es einfach keinen Spass mehr gemacht hat. So here we go:

Steht auf!“ Sagt Joachim Bessing von der ZEIT und beschreibt den frühen Morgen als die schönste Zeit des Tages. Bei mir rennt er damit offene Türen ein. Wie ist das bei euch? Seid ihr Lerche oder Nachtigall?

Mit Om City – The series erscheint eine herrlich unterhaltsame Serie über den Existenzkampf einer Yogalehrerin in New York. Ein paar kurze Episoden kann man hier kostenlos anschauen. Witzig!

Die sympathische Vera erklärt im Interview mit Wien Energie, welche Rolle Energie beim Laufen spielt.

Bei bergwelten gibt es einen groben Trainingsplan, um in sechs Monaten fit für den Großglockner zu werden.

Emelie Forsberg ist für mich eine der sympathischten Sportlerinnen überhaupt. Auf trailrunnermag.com gibt es ein kleines Porträt dieser tollen Läuferin.

Mountainbiker aufgepasst: Am 05. Juni findet am Tegernsee ein klasse Mountainbikerennen statt, bei dem der Stier vom Wallberg gekrönt wird. Oder die Gams in der zahmeren Variante. Hier gehts zum Stier vom Wallberg.

Die Welt kompakt singt ein Lobeslied auf die Süßkartoffel. Ich gehe gleich einkaufen und lege ein paar tolle Knollen in den Korb.

Schwarze Bohnen sind im Moment  in aller Munde, werden gehypt und sind von keinem (Food-) Blog mehr wegzudenken. Hype hin, Hype her – ich liebe Hülsenfrüchte! Nach dem Rezept von thefullhelping.com kocht man die kleinen, schwarzen Kraftpakete ganz kommod im Slowcooker.

Tech-Tipp: Wie man Bilder vom Rechner auf instagram bekommt, erklärt die liebe tribbeltrabbel hier.

Ich wünsche euch eine tolle Woche, bleibt gesund!

Blick auf die Kulisse von Bad Gastein

Zeitreise nach Bad Gastein

Unser Urlaub führte uns Anfang März nach Bad Gastein. Bad Was? Ja, genau: Bad Gastein, manchmal das „Metropolis der Alpen“ genannt. Nach einem touristischen Boom ist Bad Gastein in den Achtziger Jahren in den Dornröschenschlaf gefallen und erlebt im Moment einen richtigen Hype. Unsere Bad Gastein Aufenthalte beschränkten sich bisher auf Kurzaufenthalte. Einmal lieferten wir eine Arbeitskollegin zu Hause ab, das andere Mal schlugen wir in Bockstein unser Basecamp für die Ankogel-Tour auf.
Ich habe ein Herz für ungewöhnliche Gastronomie- und Hotelkonzepte. Das liegt ganz sicher an meinem Beruf und an meinem grundsätzlichen Faible für schräge Vögel. In den unenendlichen Weiten des Internets sprang mich das Hansi und Hansi an. Allein der Name machte mich hellhörig. Und die Fotos! Eine Frühstückspension oder hip-deutsch „Bed&Breakfast“ ganz nach meinem Geschmack. Flugs eine Mail ans Hansi und Hansi geschrieben und tataaaaa… Die Antwortmail hat den Deckel zu gemacht. Ich finde nichts schlimmer als gestelzte Hoteliersbriefe. Die Antwort aus Bad Gastein war genau meins… Freundlich, familär, salopp und genau ins Herz. Dass da eine Namensvetterin antwortete war umso schöner. Mmanchmal habe ich ein kindliches Gemüt und freue mich an so einem Zufall eine Zeit lang (und nein… Ich habe keinen total seltenen Namen, ich freue mich einfach nur gerne). Ein Dach über dem Kopf war gesichert, los gings ins Gasteiner Tal.
Bei der Fahrt durch einen uralten, langen Tunnel beschleicht mich die Frage, wie in grauer Vorzeit jemand auf die Idee gekommen ist, dort zu siedeln. Nach dem Tunnel weitet sich das Tal, schöne Bergblicke haben wir keine. Es schneit und ist neblig. Aber hey: Es schneit! Das hat diesen Winter Seltenheitswert, da ist die Sicht egal. Vorbei a den eher dörflichen Orten Dorfgastein und Bad Hofgastein geht es über eine steile Straße nach Bad Gastein. Wie die letzten beiden Male finde ich dieses Städtchen irgendwie surreal. Grand-Hotels aus der Kaiserzeit und Belle-Époque-Villen klammern sich an die steilen Felsen, die vielen Bäume lassen ihre Äste schwer vom Schnee hängen und der Nebel gibt dem ganzen Ensemble eine Film-Noir-Stimmung. Zu allem Überfluss rauscht ein 250 Meter hoher Wasserfall durch den Ort. Kitsch as Kitsch can!

Panorama Bad Gastein
Panorama Bad Gastein
A propos Wasser: dieses Element bildete das Fundament für den Aufstieg Bad Gasteins. Seit über 500 Jahren ist die heilende Wirkung der heißen und radonhaltigen Thermalwasserquellen bekannt und zog vor allem im 19. Jahrhundert viel Prominenz in das malerische Tal. Ob Kaiserin Sissi, Winston Churchill oder Liza Minelli und der Schah von Persien: Sie waren alle in Bad Gastein, bevor der Hype vor 40 Jahren rum war und das mondäne Städtchen anfing zu bröckeln.
Beim Spaziergang durch die engen und steilen Gassen kommt Berlin-Feeling auf, wenn man die vielen verammelten Fenster sieht.
Auffällig sind die vielen jungen Leute, viele Snowboarder in sehr, sehr weiten und sehr, sehr bunten Klamotten. Nicht wenige davon Schweden. Es tut sich was in Bad Gastein.
Und ein Teil von diesem Aufbruch ist das Hansi und Hansi. Das Team bestehend aus Felix, Tina und Walter betreiben die Pension auf das Liebevollste. Felix hat die Pension von seiner Oma übernommen und umgestaltet, ohne dem Haus seinen Charme zu nehmen. Es herrscht WG-Feeling, man ist per Du. Walter zeigt uns unser Zimmer und ich freue mich wie ein Schnitzel, dass wir ein Zimmer in meiner Lieblingsfarbe haben, in leuchtendem Türkis! Mit Ausblick in einen romantisch verschneiten Garten noch dazu.

Nach der Fahrt steht uns der Sinn nach Kaffee. Von Walter bekommen wir den Tipp, eggenüber vom Bahnhof bei den netten Damen vom The Blonde Beans vorbeizuschauen. Ein gemütlicher kleiner Coffeeshop, der von den zwei Schwedinnen Filippa und Anna betrieben wird. Außer leckerem Kaffee gibt es kleine Sancks, die sehr zu empfehlen sind.
Im Hansi und Hansi gibt es außer dem Frühstück keine Küche. Wir hatten noch soviele Lebensmittel zu Hause, die wir abends im WG-Wohnzimmer verspeist haben. Im Kühlschrank an der Bar ist Bier, Wein und Gin. Die Getränke werden auf Vertrauensbasis abgerechnet. Das Frühstück wird als Menü serviert. Man merkt das der Hausherr gelernter Koch ist, der schon auf der ganzen Welt unterwegs war. Auf kleinen Tellern werden feine Leckereien serviert. Oft ungewöhnlich, aber immer lecker.
Wir sind im Chill-Modus und überlegen, vor lauter Powder pisteln zu gehen. 49,00 € für einen Skipass halten uns von diesem Vorhaben ab. Wir fahren mit dem Skibus gratis Richtung Hofgastein ins Angertal und starten dort zum Stubnerkogel. Nach einer Viertelstunde auf der Piste biegen wir bald in den traumhaft verschneiten Wald ein und haben gleich vergessen, dass wir mitten im Skigebiet sind. Je höher wir kommen, desto schlechter wird die Sicht. Die letzten Höhenmeter der Tour würden auf der Piste verlaufen, da erscheint die Einkehr in der Stubneralm viel verlockender. Den Nachmittag verbringen wir schlendernd durch Bad Gastein und tauchen im Café Schuh noch weiter in die Vergangenheit ab. Am Abend futtern wir wieder im Wohnzimmer und überlegen uns, was wir am nächsten Tag unternehmen könnten.

Skitour durch dichten und verschneiten Wald
Auf dem Weg zum Stubnerkogel

Das Frühstück am nächsten Morgen ist wieder unglaublich lecker. Wir beladen das Caddymobil mit unseren Habseligkeiten und werden vom HansiHansi-Team herzlich verabschiedet. Bevor wir weiterfahren nach Bad Aussee wollen wir das Kaiserwetter ausnutzen und zur Rockfeldalm gehen. Wieder verläuft der erste Teil der Tour auf der Piste und wir sind froh, dem Trubel in einer Kehre zu entkommen. Die Landschaft ist wunderbar, wieder führen ein paar Schritte aus dem Skizirkus heraus in fast unberührt scheinende Natur. Es ist recht warm und so ist der Schnee wirklich anstrengend zu spuren. Vom örtlichen Jäger nehmen wir noch die Warnung bezüglich der Lawinengefahr entgegen und spuren weiter ins Tal hinein. Unterhalb der Rockfeldalm finden wir ein gemütliches Platzerl, machen Rast und genießen die Sonne. Eine Packung Mannerschnitten später spuren wir durch Sulz wieder zurück und nehmen Abschied vom Gasteiner Tal.

Schee wars!

Skispur durch ein verschneites Tal
Spurarbeit Richtung Rockfeldalm
Tief verschneite Berghütte in der Sonne
Pausenplatzerl